Signale Aufzucht und Pflege

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  • Signalkonfigurationen, Signale positionieren und bezeichnen
    Gleich mal eines Vorweg, es befindet sich ein "Denkfehler" bei der Signalsteuerung wenn mit Weichen gearbeitet wird.

    Trainz geht offenbar immer davon aus, das man eine Dreiwegeweiche bauen will, also setzt TRS bei einer normalen Weiche NICHT den mittleren Abzweigstrang(der gerade Strang) sondern immer zuerst den linken und dann den rechten, ungeachtet dem optischen Eindruck auf der Anlage. Das ist Elementar wichtig, weil das Symbol des geraden Strangs bei der Weichensteuerung bei normalen Weichen ohne wirkliche Funktion ist. Man nimmt dann eben den folgenden abzweigenden Strang.



    Zuerst ein paar allgemeine Regeln, an die man sich als Anlagenbauer besser sofort gewöhnt, allein damit man später mal nicht durch den Tüddel kommt(durcheinander). Jeder Bahnhof, jede Weiche, jedes Signal und jedes Gleis hat einen Namen.

    Genau das sollte jeder Anlagenbauer auch auf seine Anlagen anwenden.

    Da die Signalsteuerungen später durcheinander geraten, wenn mehrere gleiche Namen existieren, hat sich folgendes Schema bewährt:

    Zunächst wählt man für den jeweiligen Bahnhof ein eigenes Kürzel, ich nehme mal das für viele sicher bekannte A Dorf.

    Ich kürze es ADrf ab, nun habe ich ein Kürzel, das allen Signalen und allen Weichen dieses Bahnhofes voran gestellt wird.

    Die Formsignale lassen sich praktischer weise getrennt für Mastschild und Signal bezeichnen, so bleibt eine Vorbildgerechte Mastschildbezeichnung erhalten. Jeder tut gut daran, diese Mastschildbezeichnungen nach Möglichkeit mit in die Steuerungssignalbezeichnung mit einzupflegen, Stichwort--> durchn Tüddel kommen.

    Also lautet die Mastschildbezeichnung für unser Einfahrsignal schlicht "A", die Steuerungsbezeichnung lautet "ADrf A" (jeweils immer OHNE Gänsefüsse).

    Da in unserem Falle das Einfahrsignal auch ein Vorsignal hat, bekommt das Vorsignal auch eine Steuerbezeichnung, auch wenn diese bei einem allein stehenden Vorsignal für die Funktion unwichtig ist, es wird "ADrf Va" bezeichnet. Vorsignale werden immer mit dem kleinen Buchstaben des zugehörigen Hauptsignals bezeichnet, hier also "a", das V steht für Vorsignal und wird bei der DB genau so bezeichnet.

    Note: Vorsignalwiederholer werden so bezeichnet--> "Wva" das steht für Wiederholervorsignal für Hauptsignal "A", in Bezug auf A Dorf würde es also "ADrf Wva" heissen, aber, es darf nur ein Lichtvorsignalwiederholer sein, denn alles andere wäre unzulässig, auch bei Formsignalen.

    Weichen werden ganz einfach von 01 aufsteigen mit Bahnhofskürzel benannt. die 01 fängt an einer Bahnhofseinfahrt an und die letzte Weiche hört bei der anderen Bahnhofsseite auf. Das sähe dann so aus--> ADrf01, ADrf02..............

    Wer also meint, mehr als 99 Weichen in einem Bahnhof verwenden zu wollen, der möge einfach eine 0 hinzufügen, freilich gleich am Anfang, also so--> ADrf001 .

    Gleise werden am Banhsteig, auf dem Gleisplan oder in unserem Kopf benannt, man mag auch extra Schilder für jedes Gleis nehmen und diese dann später, wenn man fertig ist, entfernen.

    Generell werden die durchgehenden Hauptgleise zuerst benannt, dann folgt der Rest, in der Regel aber zusammenhängend von 1, 2, 3 nach................

    Ist der Bahnhof sehr gross mit Zwischensignalen, dann wird aus Gleis 1 Gleis 101, aus Gleis 2 dann Gleis 102 usw., wer mehr als 100 Gleise pro Bahnhof hat, der nimmt dann eben 201, 202, usw..

    Nach der Gleisbezeichnung werden die Signale im Bahnhof benannt, also heisst das Ausfahrsignal für Gleis 1 in A Dorf "ADrf N1", für Gleis 2 dann "ADrf N2" etc.

    Die genauen Mastschildbezeichnungsmodalitäten sind dann im Internet auf einschlägigen Seiten erhältlich und würden hier den Rahmen sprengen.

    Sperrsignale werden gern "Ls 1" etc. bezeichnet, man kann aber gern auch nur "S" oder nur eine Nummer nehmen, die Nummer ist oft Römisch an Formsperrsignalen ! I(1), II(2), III(3), IV(4), v(5), VI(6), VII(7), VIII(8), IX(9), X(10), XI(11) etc., die gibts aber auch im Internet :)

    Blocksignale werden für gewöhnlich nur Nummeriert, meist etwa so--> 403, 423, 443, 463 etc. in einer Richtung und 413, 433, 453, 473 etc. in der anderen Richtung.

    Es gibt da aber verschiedene Arten der Nummerierung.

    Somit ist dann nun auch klar, wie das beim Einfahhauptsignal stehende Vorsignal zu heissen hat.

    Genau, richtig, es heisst "ADrf Vn1, n2, n3" bei 3 Ausfahrhauptsignalen, die hier ja mit "N" bezeichnet wurden. Die Kommata sind korrekt.

    Auch wenn dieses Vorsignal keinen Zusatzflügel hat, also kein Vr2 signalisieren kann, gilt es dennoch auch für die gekoppelten, nur Hp2 zeigenden Hauptsignale. Ein Fahrtbegriff ist da nicht nötig, weil hier Durchfahrten durch das Zweiggleis unzulässig sind. Das ist bei rund 95% aller Bahnhöfe der Fall gewesen, oft auch noch heute.

    Nachdem nun also die Bezeichnungen geklärt sind, kommen wir nun zum ersten Steuerungsbeispiel für Formsignale.





    Hier sehen wir ein Hauptsignal mit zugehörigem Vorsignal. Das Gespann ist nur 2 Begriffig, sprich Hp0/Vr0 und Hp1/Vr1.

    Da wir mal annnehmen es handele sich um einen Block, dann wäre die Benennung des Hauptsignales "Blck 101" und des Vorsignales "Blck V101" zulässig und eindeutig zuordbar.

    Auf dem Mastschilde des Hauptsignales stünde jedoch nur 101.

    Wenn die Bezeichnungen klar sind, ist der Rest ein Kinderspiel.

    Die Konfiguration sieht dann genau wie auf dem Bilde aus, dieses ist eine der simpelsten Konfigurationen.

    Vollkonfig für Hauptsignal auf dem ersten fürs Vorsignal auf dem zweiten Bilde.

    Kommen wir nun zu dem Bahnhof A-Dorf im Bilde.

    Der Einfachheit halber habe ich die Gegenrichtungssignale weggelassen, sie wären hier nicht relevant.

    Die Einstellungen der Gegenrichtungssignale sind im Prinzip Analog zu denen die im Folgenden Erklärt werden Das erste Bild zeigt alle Signale in Grundstellung und korrekter Anordnung. Durchfahrten sind nur durch Gleis 1, das durchgehende Hauptgleis, erlaubt.



    Nun sehen wir die komplette Signalisierung bei einer Durchfahrt.



    Hier nun eine Einfahrt in das Überholgleis.



    Im folgenden Bilde sehen wir die Konfiguration des Einfahrvorsignales für das Einfahrhauptsignal "ADrf A".



    Als nächstes sehen wir die Anbindung und Konfiguration des Ausfahrvorsignales am Standort des Einfahrhauptsignales.

    Die Bezeichnung ist hier korrekterweise "ADrf Vn1 u 2", sie kann auch "ADrf Vn1, 2" heissen.

    Die Bezeichnung "no combined home signal" lautet dann natürlich "ADrf A" und da das Ausfahrvorsignal AKTIV als Fahrstellung nur für das Ausfahrsignal N1 tätig ist, muss hier auch nur das Signal N1 berücksichtigt werden. Somit kommt bei Default also die Signalbezeichnung "ADrf N1" hinein. Das wars dann auch schon.



    Kommen wir nun zur Konfiguration des Einfahrhauptsignales "ADrf A".

    Das sieht zunächst komplizierter aus als es ist. Hier habe ich eine Hp2 Funktion für die Einfahrt in das Abstellgleis eingerichtet. Auf Provinzbahnhöfen war das Statthaft, ansonsten nicht zulässig, da in ein Abstellgleis nur Rangierfahrten einfahren dürfen.

    Default Mode bleibt wie er ist, alsdann richten wir eine Rule ein. Bezugspunkt ist die Stellung der Weiche 01 die ja zwischen Durch und Abzweigefahrt schaltet. Die geradeausfahrt ist durch den Default Mode ja schon geregelt, also muss nun nur noch dem Signal "gesagt" werden, wann Hp2 gilt, das gilt, wenn Weiche 01 auf Abzweigen steht, in diesem Falle Rechts.

    Junction=Weiche.

    Da aber Weiche 02 für das Abstellgleis ebenfalls für Signal A relevant ist, ist dieses in der zweiten Rule definiert. Hier erfolgt der Abzweig klar, links, und natürlich ebenfalls mit Hp2.

    Und auch das wars dann schon :)



    Die beiden folgenden Bilder zeigen je eines der Ausfahrsignale nebst Konfiguration.

    Diese ist incl. der Signalbezeichnungen selbsterklärend. Einzig ist zu beachten, das Signal "ADrf N2" 2 gekoppelte Signalflügel erhält, sprich, es kann NUR Hp2 als Fahrbegriff zeigen, das ist entsprechend einzustellen.





    Das folgende Bild zeigt nun einen früheren Zustand des Ausfahrbereiches von A-Dorf, wir haben hier ein kleines Ladegleis und da dort öfter Rangiert wird, hat das Ausfahrsignal "ADrf N2" ein Sperrsignal "Ls II".

    Da wir aber wollen, dass korrekterweise das Hauptsignal auf Hp0 bleibt wärend rangiert wird, sprich das Sperrsignal auf "Rangierfahrt erlaubt" (korrekt=Fahrverbot für Rangierfahrten aufgehoben) steht müssen wir eine zusätzliche Rule initiieren. Das machen wir über den Bezugspunkt Weiche 04, sprich Weiche 04 steht auf optisch Geradeausfahrt, technisch auf Rechtsfahrt(siehe Text Denkfehler am Anfang) und schon stellt sich wie auf dem Bilde, das Sperrsignal allein auf Fahrt.

    Hp0/Sh1 stop, shunting may proceed=Hp0/Sh1 Stop, Rangierfahrt kann stattfinden.



    Als nächstes wenden wir uns nun dem Bahnhof B-Dorf zu, er ist fast identisch mit A-Dorf, hat aber einen kleinen Rangierbereich und eine Streckenabzweigung.

    Hier zeige ich die Konfiguration des Ausfahrvorsignales, falls Ausfahrten auch über Zweiggleise zugelassen sind.

    Hier ist genau die Durchfahrt durch Gleis 1 und Gleis 3 Zugelassen, Gleis 3 ist das Gleis, welches die Streckenverzweigung darstellt. Jedoch kann das Gleis 3 auch als Überholgleis genutzt werden.

    Auch hier ist die Durchfahrt zugelassen.

    Es ergeben sich somit 3 Durchfahrtmöglichkeiten, Gleis 1, Gleis 3 auf die freie abzweigende Strecke, Gleis 3 auf Gleis 1 und dann auf die freie Strecke. Lediglich die letzte Durchfahrt wird vom Ausfahrsignal mit Hp2 signalisiert, klar, weil ein Weichenbereich abzweigend befahren wird. Die beiden anderen werden mit Hp1 signalisiert.

    Zunächst wieder die Grundstellungen.



    Die folgenden Bilder zeigen die Signalstellungen der verschiedenen Ausfahrmöglichkeiten.









    Hier im Folgenden nun sehen wir die Konfiguration des Ausfahrvorsignals("BDrf V N1,2,3") am Standort des Einfahrhauptsignales.

    Hier sehen wir, dass das Vorsignal nun auch über einen Weichenbezugspunkt gesteuert wird.

    Es ist hier logischerweise Weiche BDrf 02 und dann Links bei der Rule.

    Ausfahrsignal "BDrf N2" wird hier nicht berücksichtigt, weil dort die Durchfahrt nicht zugelassen ist.

    Tipp: Default Mode sollte immer das fürs Signal gültige durchgehende Hauptgleis nebst dessen Ausfahrsignal sein.



    Das Bild hier zeigt nun die Konfig des Ausfahrsignales "BDrf N3", diese Konfig geht über Bezugsweiche "BDrf 06" und somit ist klar wie es funktioniert.



    Bezugspunkt ist im Regelfalle immer eine oder sind mehrere Weichen insofern ein 2 flügeliges Hauptsignal verwendet wird.

    Dem Hauptsignal muss immer quasi "gesagt" werden, ab wann welches Signalbild zu zeigen ist.

    Bis auf sehr wenige Ausnahmen sind nahezu alle Funktionen machbar.

    Das Vorsignal ist einfach nur an das zugehörige Hauptsignal zu binden, es zeigt dann automatisch immer das passende Vorsignalbild zum Hauptsignal. Ist das Vorsignal am Standort eines Hauptsignales, so ist dieses Vorsignal auch dann in Vr0 Stellung, wenn das zugehörige Hauptsignal(das was zum Vorsignal gehört) auf Fahrtstellung geht. Es ist bei Standort am Hauptsignal abhängig von der Fahrtstellung selbigens.

    Das ist ein bisschen analog zur Dunkelschaltung des Vorsignales am Mast eines Hauptsignales bei den Lichtsignalen.

    Das 2 begriffige Vorsignal mit Zusatzflügel bei TRS ist an sich überflüssig, da aber bei Formsignalen immer die Spar Maxime galt, konnte hier gespart werden wenn immer nur der Fahrbegriff Vr2 gezeigt werden soll und kann.

    Ebenso gibt es in der Realität Hauptsignale mit 2 Flügeln die gekoppelt waren, also nur Hp2 als Fahrbegriff anzeigen können, aber rein optisch ist das kaum von den 3 begriffigen Hauptsignalen zu unterscheiden, bei den Vorsignalen sieht das durch fehlen der einen grünen Lichtscheibe und Signaloptik schon anders aus.

    Formhauptsignale hatten früher bis etwa 1950 bis zu 3 Signalflügel, das Signallicht Gelb gab es an den Hauptsignalen damals nicht, es waren alle Lichter Grün, ausser natürlich das Hp0 Licht.

    Früher wurde Anhand der Signalflügel der folgende Fahrweg signalisiert, 2 Flügel= Fahrt in das erste Zweiggleis, 3 Flügel=Fahrt in irgend ein anderes Zweiggleis ausser dem ersten. 1 Flügel natürlich Einfahrt in das gerade Hauptgleis.

    Jedoch waren 3 flügelige Hauptsignale recht selten, am Hamburger Hbf gab es nur etwa 5-7 davon.

    Sodele, wir haben also nun gelernt, wie man Vor und Hauptsignal miteinander verbindet, wie man Weichen als Bezugspunkte für vorbildgerechte Signalsteuerung einsetzt, wie man mehrere Signalbereiche miteinander kombiniert, wie Bahnhöfe signaltechnisch konfiguriert werden für vorbildgerechte Steuerung. Durchfahrten, signalisierte Rangierfahrten und deren Konfiguration.

    Ich hoffe, das mit etwas Engagement, nun jeder die Formsignale korrekt einsetzen kann.

    Mit etwas Übung ist das auch bei grösseren Bahnhöfen ein Kinderspiel, solang man sich an das Reglement mit den Bezeichnungen hält.

    von Betriebsleiter

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