Fundstücke aus dem WWW - zum Nachlesen, Nachdenken und zur Diskussion

  • Ein offener Thread zum offenen Diskurs. Offen für den, der sich aktiv (lesend und schreibend) oder passiv (nur lesend) daran beteiligen mag.


    Nach Micks Fundsachen möchte ich hier ein Thema eröffnen, welches zum Nachdenken anregen sollte. Dabei geht es mir im Schwerpunkt nicht um kontroverse Diskussionen, sondern um allgemeine Beiträge zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen, die meines Erachtens viel zu oft unter den Tisch gekehrt werden.


    Es sollte kein "Monolog" werden, darf von anderen Gegenmeinungen kommentiert und widerlegt werden. Das aber bitte sachlich.


    Mein erster Beitrag stammt von Spiegel online, einem Interview mit Oliver Nachtwey.
    Gesellschaftskritik/Kapitalismuskritik: "Lauter kleine Narzissten, auf Wettbewerb getrimmt"


    Zu guter Letzt:
    Bitte keine Agitation betreiben, sondern die Ansichten und Standpunkte des anderen respektieren.


    Ein Blick über den Tellerrand (des eigenen Hobbys oder der eigenen Weltanschauung) lohnt sich immer.


    Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

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    udo jürgen - aber der ohne dem s


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    abenteuer bekommt man nicht geschenkt - man muss sie provozieren

  • Ich bin ja kein Fan davon Politische Themen in einem Trainz-Forum zu diskutieren. Da überschlagen sich die Emotionen meiner Meinung nach zu schnell und zu heftig...


    Gruß
    Pascal

  • Vor knapp 2 Jahren habe ich per PN Basti(Sebastian) darauf aufmerksam gemacht, dass Politik im Forum eine windege Angelegenheit ist.
    Wie ich nun sehe, bin ich nicht alleine der Meinung.
    Um Missverständnisse auszuschliessen, gebe ich gerne zu, dass ich die Komentare von Mick sehr gerne lese, bin aber nicht immer seiner Meinung.
    Mein Vorschlag:
    Eine neue Sparte: Erlebnisse mit der Eisenbahn. Das ist ungefährlicher.
    Rund um die Bahn zum schmunzeln usw.. Das mag ich sowieso lieber als mich zu ärgern.
    Im alten Trainz World Forum hatte ich damit die meisten Klicks.


    Grus Hans

  • Ich finde, es schadet nicht, auch als Modell- oder als Simulatoreisenbahner mal aus dem Keller oder hinter dem Bildschirm hervorzukommen und über den Tellerrand zu blicken.
    Insofern sind die Beiträge von Mick und jetzt Udo löblich und willkommen, solange sie so gut ausgewählt bleiben wie bisher. Ohne diesen Lichstrahl wären sie mir niemals aufgefallen und ich hätte mich wohl auch nicht damit beschäftigt.


    Herrn Nachtwey stimme ich in vielen Punkten zu, in einigen aber nicht (linksromantik, Romantik der Linken, wie gestern Abend auch bei "Ich stelle mich" mit Matthieu Carriere).

    Zitat von Oliver Nachtwey

    Mehr Leute akzeptieren heute Jobs, die sie vor 30 Jahren mit ihren Qualifikationen nicht angenommen hätten.

    Bei über 2,5 Millionen Arbeitslosen und 1 Mio. offenen Stellen kann das irgendwie nicht sein. Es ist eher so, dass viele mit ihrer Einstellung "wozu arbeiten, es geht ja auch ohne" ganz gut klarkommen.
    Was sich wirklich geändert hat, ist die soziale Akzeptanz von Nichtstun und "Selbstverwirklichung" oder "Aussteiger sein".


    Zitat von Oliver Nachtwey

    Bildung fördert für Sie nicht Chancengleichheit?

    Früher zählte die Oberstufe ab der 10. Klasse zur Rente. Früher zählte das Studium zur Rente.
    Alles gestrichen. Obwohl ich fast mein ganzes (Arbeits-)Leben ab 1985 den Höchstbetrag in die Rentenversicherung eingezahlt habe, sieht mein Rentenkontoauszug eher mager aus und ärmlich im Vergleich z.B. zu demjenigen, der mit 16 eine Lehre angefangen hat, später Meister im Betrieb geworden ist und jetzt mit 63 schon in Rente ist.
    Ja, ich habe sogar durch die Streichungen Probleme, meine Rentenjahre überhaupt zusammen zu bekommen und darf vielleicht noch ein paar Jahre dranhängen an die 10 Jahre bis 66,4, die ich sowieso noch vor mir habe.


    So viel zum Thema Chancengleichheit durch Bildung.


    Gruß
    Norbert

  • Vielen Dank für Eure Antworten und Beiträge. Ich finde es sehr spannend, wie das Thema hier aufgenommen wird.


    Soweit ich Mick verstanden habe, möchte er nicht, dass man seine Fundstücke kommentiert oder eigene dazu schreibt. Das möchte ich respektieren. Ich möchte vermeiden, dass für alle mehr oder weniger wichtigen Dinge jeweils ein neues Thema eröffnet werden muss. Zudem finde ich es sehr wichtig, dass man die Dinge auch diskutiert werden, man andere Standpunkte erfährt, hinterfrägt, oder selbst hinterfragt wird. Darum möchte ich anbieten, meine "Fundstücke" zu kommentieren und/oder hinterfragen. Sonst hätte ich den Thread "Udos Fundkiste" genannt, was nichts anderes als ein fader Abklatsch von Micks Idee wäre.


    Zum Thema des ersten Beitrags - zwei Stichpunkte:

    • Das Einstiegsthema wurde von mir mit Bedacht gewählt. Es gibt viel zu viel Selbstverliebtheit in unserer Gesellschaft, die wir auch hier in der Trainz- Gemeinschaft erleben.
    • Ich stimme in vielen Punkten nicht mit Norbert "Siebziger" seinen Standpunkt überein, kann seine Meinung aber gut stehen lassen. Im Gegenteil. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, meinen eigenen Standort prüfen zu können.

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  • Erst heute in Wehmut wieder entdeckt;
    ein BR- Interview mit DEM Meister seines Fachs schlechthin - mit Peter Scholl Latour
    Er war sicher nicht unumstritten, aber mit Sicherheit von allen respektiert.


    Auch wenn die Video-Qualität nicht besonders gut ist. Es ist sehr sehenswert.

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  • Falls Sie es immer noch nicht wissen, dass Eier

    a) nicht zwangsläufig Ü-Eier sind und

    b) aus dem Supermarkt kommen


    Eine kleine Parodie auf Werbung eines Supermarktes



    Sehr trivial, zeigt aber trotzdem sehr gut, wo bei uns

    (in unserer Gesellschaft) der (Bildungs-) Hammer hängt.

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  • Norbert, Du wirst sicherlich mal vom Scheimpflug-Prinzip gehört haben. Und auch Balgenkameras sind Dir vermutlich früher mal begegnet. Im Groß- und Mittelformat waren sie bei der Architekturfotografie Standard, zur Entzerrung stürzender Linien. Bei Kleinbild-Spiegelreflex begnügte man sich oft mit Shift-Objektiven, weil es vom mechanischen Aufbau her aufwändig ist, auch noch die Achsenneigung an der richtigen Stelle unterzubringen.


    Heute entzerrt man stürzende Linien preisgünstig per Bildbearbeitungssoftware. Größere Tiefenschärfe erreicht man mit Software allerdings nicht.


    Dem Publikum bekannt aber wurde Scheimpflug (ich bleibe mal beim deutschen Begriff) in den letzten Jahren durch diese auch hier gezeigten Schein-Miniaturisierungen, wobei hier letztlich mit einem physiologischen Trick gearbeitet wird: Wir kennen aus unserer Sinneserfahrung fotografische Abbildungen von Miniaturwelten, z.B. Modellbahnen, und deren geringe Tiefenschärfe. Wer in Schulphysik aufgepasst hat, oder ein gutes Buch über Optik in der Fotografie gelesen hat, weiß auch, warum die Tiefenschärfe bei Nahaufnahmen so stark abnimmt.


    Dieser Effekt wird in den gezeigten Beispielen nun durch ein Bildbearbeitungsfilter künstlich erzeugt, so als Art invertierte Anwendung der Scheimpflugschen Regel, allerdings extrem stark vereinfacht, im wesentlichen reduziert auf zum Bildrand hin zunehmende Unschärfe. Denn Ziel ist hier ja nur, die Sinne zu täuschen. Und das gelingt ja meist ganz gut.


    Ein hübsches Beispiel gibt es auch auf der Webseite vom Miniaturwunderland. Da wird irgendwo im Zusammenhang mit dem Nachbau der Elbphilharmonie ein Video präsentiert, das Originalaufnahmen vom Hamburger Hafen rund um das neue Konzertgebäude mit dieser Nachbearbeitungstechnik miniaturisiert, einschließlich des leicht ruckartigen Zeitraffers, der ja ebenfalls auf Sinnestäuschung abzielt.


    Auch in eine der Trainz-Versionen gab es als Hintergrundbild beim Starten solche Schein-Miniaturisierungen. Man musste genau hinschauen, um sie zu entlarven. ;)     

  • Schleimflug kannte ich bisher nur in Zusammenhang mit Erkältungen oder Niesreiz, aber seit Interlings Links auch als optisches Phänomen. ;)


    Vielen Dank für Deine wie immer präzisen und trotz schwieriger Themen leicht zu lesenden Ausführungen.

    Und natürlich Dank an Udo für das Thema an sich.


    Gruß

    Norbert

  • Jetzt weiß ich, warum die Trainz-Gleise so "wackelanfällig" sind.

    Und; es ist nicht, wie einige vermuten werden, in Russland oder

    anderen osteuropäischen Ländern. Nein, es ist in den USA.

    Aber seht selbst.



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